
Ein Besuch in Gitega/Burundi, knapp 70 000 Euro an Spenden, viele konkrete Hilfen für die Kinder im Behindertenheim Zachäus – Haus – das sind Stichworte aus dem Rückblick auf die letzten fünf Jahre des Ausschusses „Mission Eine Welt“ vom Pfarrgemeinderat St. Jakobus Hechingen. Diakon Dr. Karl Heinz Schäfer hat am 3. März in der letzten Sitzung des Pfarrgemeinderats Rechenschaft über die Arbeit abgelegt. Anlass ist die Neuwahl des Gremiums am kommenden Sonntag. Damit endet auch die Amtszeit des bisherigen Ausschusses. Die Gruppierung beim Hechinger Pfarrgemeinderat besteht schon seit über 30 Jahren. Daher ist zu hoffen, dass die Arbeit auch nach der Neuwahl weiter geführt wird.
Der Ausschuss, mit derzeit sieben Mitgliedern, kümmerte sich in den letzten fünf Jahren besonders intensiv um das Zachäus – Haus in Gitega/Burundi, mit dem die hiesige Pfarrgemeinde eine langjährige Partnerschaft verbindet. Daneben möchten die Aktivisten insgesamt in der Gemeinde die Verantwortung für die Not in der Welt wach halten, z. B. mit dem alljährlichen Solidaritätsessen am MISEREOR – Sonntag. Am 21. März 2010 ist es wieder soweit, es wird ein solches Essen im Gemeindehaus geben, vorbereitet von der Hechinger Kolpingsfamilie.
Höhepunkt in der nun ablaufenden Amtsperiode war der Besuch einer offiziellen Delegation der Pfarrei im Zachäus – Haus im August 2008. Mitglieder des Ausschusses, die die weite Reise nach Burundi auf eigene Kosten machten, konnten sich von der vorzüglichen Arbeit im Behindertenheim überzeugen; konnten sehen, wie hilfreich die bisherigen Investitionen aus Hechingen sind, z.B. das Jakobusfeld für die gesunde Ernährung der Kinder. Nachhaltig wurde der Kontakt zu den verantwortlichen Schwestern des Bene Tereziya – Ordens vertieft. Seit 2005 konnten durch die Hechinger Unterstützung weitere Maßnahmen ergriffen werden: u.a. Installation von Sonnenkochern, Ersatzbeschaffung von 130 Matratzen samt Bettwäsche für die Kinder, Ausrüstung vieler Beinbehinderter mit Prothesen, zuletzt der Kauf eines Kleinlastwagens, der für das Betreiben der Landwirtschaft des Hauses unerlässlich ist. Möglich wurde das durch die großzügigen Spenden aus der Bevölkerung. In den fünf Jahren kam eine Summe von über 67 000 Euro( pro Jahr ca. 13 400 €) zusammen. Darin enthalten sind auch die Spenden aus der Weihnachtsaktion 2007 der Hohenzollerischen Zeitung.
Ein großer Fortschritt für den Ausschuss war es, dass in dieser Zeit die Zusammenarbeit mit großen Hilfsorganisationen gelang. So unterstützt die SEZ (Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg) in Stuttgart die Hechinger mit Rat und Tat. Auf Drängen des Ausschusses hat die GTZ (Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) die Biogas – Anlage im Zachäus – Haus erweitert und instand gesetzt. Das Difäm (Deutsches Institut für Ärztliche Mission) in Tübingen hat mitgeholfen, 200
Moskitonetze für das Zachäus-Haus zu besorgen, wobei der Horber Arzt Dr. Rainer Schach den Transport übernommen hat. Nur zusammen mit MISEREOR, der großen katholischen Hilfsorganisation, war die Finanzierung des Kleinlastwagens möglich. Schließlich haben es die sieben Schwaben geschafft, im vergangenen Jahr ein ansprechendes Faltblatt über ihre Arbeit heraus zu bringen. So erreichen sie auch immer wieder Menschen über den Hechinger Raum hinaus, die sich mit namhaften Spenden an der guten Sache beteiligen. Eine solche Zusammenarbeit besteht etwa mit dem Missionskreis der Pfarrei „Herz- Jesu“ in Singen. Letztlich entscheidend ist bei alle dem aber die menschliche und spirituelle Ebene: unvoreingenommene Begegnung mit den afrikanischen Kindern und Schwestern auf gleicher Augenhöhe und im Geiste des gemeinsamen christlichen Glaubens. Die Hechinger Gemeinde darf zehren von der unendlichen Dankbarkeit der unterstützten Kinder und der ansteckenden Glaubensfreude der jungen afrikanischen Kirche.





