Am vergangenen Mittwoch trafen sich im katholischen Gemeindehaus der Kirchengemeinderat der evangelischen Johannes-Gemeinde und der Pfarrgemeinderat von St. Jakobus. Zusammen mit den Hauptamtlichen ging es um einen Austausch zu den Themen Erstkommunion, Firmung und Konfirmation.
Die Begegnung begann mit einem gemeinsam gesungenen Lied und einem geistlichen Impuls, den Pfarrer Ritzler gab. Danach hatte jeder Teilnehmer die Gelegenheit, sich den anderen vorzustellen und über seine Tätigkeit in der Gemeinde Auskunft zu geben. Dabei kam schon in der Vorstellungsrunde zum Ausdruck, dass sich manche besonders intensiv mit der jeweils anderen Konfession beschäftigen, weil zum Beispiel die Ehepartner verschiedenen Konfessionen angehören. Im Anschluss daran teilte man sich in drei Gruppen auf, in denen jeder eigene Erinnerungen und Auswirkungen seiner Konfirmation beziehungsweise seiner Firmung für seinen Glaubensweg vorstellte. Beeindruckend war, wie präsent das jeweilige Glaubensfest selbst nach Jahrzehnten für viele auch heute noch ist.
Stand in der Gruppenarbeit das Persönliche im Vordergrund, so beleuchteten Pfarrerin Kommer und Gemeindereferentin Walz die Themen Erstkommunion, Firmung und Konfirmation mehr von der organisatorischen Seite her. Dabei spielte auch eine Rolle, wie durch modernes und anschauliches Unterrichtsmaterial den Jugendlichen bei ihrer Firm- bzw. Konfirmationsvorbereitung Glaubenswissen vermittelt wird und lebendiger Glaube gefördert werden kann. Beide Seiten verschwiegen dabei nicht, dass dies mitunter recht mühsam sein kann.
Nach Walter Kasper, dem für die Ökumene zuständigen Kardinal, ist recht verstandene Ökumene die Kunst, Misstrauen zu überwinden, Vertrauen aufzubauen, Freunde zu gewinnen und Freundschaften zu stiften. Wenn man diese Kriterien zu Grunde legt, dann ist die Ökumene in Hechingen sehr gelungen und auf einem guten Weg. So äußerten alle Beteiligten den Wunsch, sich bald wieder einzuladen, sich zu begegnen um den lebendigen und fruchtbaren Dialog fortzusetzen. Ganz praktisch umgesetzt wurde das im Anschluss an die Sitzung, da viele Teilnehmer der Sitzung im Vorfeld bereits ihr Interesse an der Fußballweltmeisterschaft bekundet hatten. Pfarrgemeinderatsmitglied Stephan Schmiedl ermöglichte es, dass alle noch das nervenaufreibende Spiel Deutschland gegen Ghana im Gemeindesaal wie auf einer Großbildleinwand sehen konnten.