Der Herr hat uns seine Liebe geschenkt. An Fronleichnam feiern die Katholiken das Hochfest des Leibes und Blutes Christi. Gestern stand das Fronleichnamsfest unter dem Motto „Der Herr hat uns seine Liebe geschenkt“. Begleitet von zahlreichen Ministranten, zogen Kaplan Stefan Märkl und Diakon Dr. Karl-Heinz Schäfer in die vollbesetzte Stiftskirche ein. „Fronleichnam ist Versammlung um den Herrn, der sich uns zuwenden möchte“, so der Kaplan in seiner Begrüßung. Für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgten die Stadtkapelle mit ihrem Dirigenten Alfred Stockmaier sowie der Stiftschor unter der Regie von Stiftskantor Mario Peters. Besonders in Erscheinung trat Martin Wiest, der sich als Organist und Dirigent mit Mario Peters abwechselte.
Dem Sinn und Zweck des Fronleichnamsfestes ging Kaplan Märkl in seiner Predigt nach. Man könne zwar viel Wissen ansammeln, aber der Sinn des Ganzen bliebe trotzdem verborgen. „Alles, was ich geschrieben habe, ist Stroh, gemessen an dem, was ich geschaut habe.“ Mit diesen Worten habe bereits vor 800 Jahren Thomas von Aquin die Erfahrung gemacht, dass es etwas Größeres gäbe als jede Ansammlung von Wissen, nämlich den richtigen Zusammenhang zu schauen. „Gottheit tief verborgen, betend nah ich dir“, sei der Hymnus, den Thomas über dieses Schauen geschrieben habe. Der Sinn von Fronleichnam erschließe sich vor allem in einer inneren Haltung des Schauens auf den Herrn. Einen Zweck erfülle Fronleichnam nicht. Der Hymnus sei der Triumph des Sinnes über den Zweck. Wir seien nicht in dieser Welt, weil es zweckmäßig sei, sondern weil unser Leben in der Gegenwart Gottes einen Sinn habe.
Eine stattliche Anzahl von Gläubigen beteiligte sich anschließend an der Prozession, die diesmal wetterbedingt nur von der Stiftskirche zum Schlossplatz führte, und in deren Mitte Kaplan Märkl die Monstranz mit dem Allerheiligsten trug. In den Zug reihten sich Kommunionkinder, die Bürgergarde, die Stadtkapelle sowie Fahnenabordnungen der Kolpingfamilie und der Pfadfinder ein. An beiden Stationen der verkürzten Prozessionsstrecke wurden Fürbitten und Gebete vorgetragen. Mit dem sakramentalen Segen und dem feierlichen „Te Deum“ endete die Fronleichnamsfeier.
Am Schluss dankte Kaplan Märkl den vielen Helfern, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten.





