Verabschiedung am 24. Juli - oder: Was gebe ich wem?
Am 24. Juli feiert die Gemeinde St. Jakobus Hechingen ihr Patrozinium.
Bei diesem Fest werden Kaplan Stefan Märkl und ich verabschiedet – der Kaplan an seine zweite Kaplanstelle, ich in den Ruhestand. Da ich 70 Jahre alt werde, werde ich von der Diözese „entpflichtet“; d.h. ich bin nicht mehr in der Pflicht, aber ich werde immer wieder den einen oder anderen Dienst in der Seelsorgeeinheit übernehmen. Die Verabschiedung ist für mich ein Lebenseinschnitt und Anlass, das Leben kritisch anzusehen. Ich tue das mit einer einfachen Frage, die im diesjährigen MISEREOR–Fastenkalender am 11. April als geistlicher Impuls gestellt wurde: Was gebe ich wem? Beim „Was“ denke ich als älterer Mensch nicht zuerst an Materielles, ans Geld; ich denke an das, was man nicht kaufen kann: Wohlwollen, Liebe, Geduld, seelische Kraft, Lob, Fürbittgebet, Zeit.
Was davon habe ich in den 40 Jahren, in denen ich hier tätig war, wem gegeben?
Ich betrachte nur den letzten Punkt, die Zeit: Ein Diakon wie ich mit Zivilberuf (Lehrer) und Familie muss die Balance suchen zwischen den Notwendigkeiten des Berufs, der Zuwendung zur Familie und dem seelsorgerlichen Einsatz in der Gemeinde. Ich
darf sagen, dass ich sehr viel Zeit der Gemeinde, den Menschen, für die ich als Diakon da war, gegeben habe. Das reut mich nicht; denn: Wer gibt, empfängt auch. Durch meine Arbeit in der Nachfolge Jesu ist mein Leben reicher geworden, ist näher an Jesus Christus herangerückt. Oft durfte ich die Führung Gottes spüren; das wird auch im letzten Lebensabschnitt so bleiben, hoffe ich. So sage ich Dank den vielen Weggefährten und Weggefährtinnen für das, was sie mir gegeben haben, besonders danke ich für: Wohlwollen, Liebe, Geduld, seelische Kraft, Lob, Fürbittgebet, Zeit. Wer mir zum Abschied noch eine Freude machen möchte,
der gebe eine Spende fürs Zachäus-Haus in Gitega bzw. für den Aufenthalt der drei afrikanischen Schwestern, die bis zum 3.
August bei uns in Hechingen sein werden. Seien Sie alle Gott anempfohlen!
Diakon Dr. Karl Heinz Schäfer





