Festliche Musik und eine stimmungsvolle Atmosphäre prägten die Weihnachtsgottesdienste in Hechingen. Die Stiftskirche war sowohl an Heiligabend als auch am ersten Weihnachtsfeiertag so gut besucht, dass viele Kirchgänger trotz der zusätzlich bereitgestellten Stühle stehen mussten. Am Nachmittag des Heiligen Abends gab es in der St. Luzen-Kirche eine Krippenfeier, in der die Bedeutung des Weihnachtsfestes auf kindgerechte Weise vermittelt wurde, während zur gleichen Zeit in der Stiftskirche ein Wortgottesdienst stattfand, den der Gospel- und Jugendchor mit modernen und traditionellen Weihnachtsliedern umrahmten.
Was passt besser zu Weihnachten als nach der Bescherung in die Christmette zu gehen, auf die Mario Peters mit französischen Weihnachtsliedern einstimmte. Begleitet von einer großen Ministrantenschar zog Kaplan Hannes Rümmele in die festlich geschmückte Stiftskirche ein. Nur Kerzen und die beiden Christbäume erhellten den Altarraum, als eine Ministrantin das Jesuskind in die Krippe legte.
Zur Krippe gewandt, erklärte der Kaplan, dass Gott Mensch wurde, indem er seine Allmacht verlassen habe und in die Ohnmacht der Menschen gekommen sei. Das Kind in der Krippe rufe uns zu, dass wir es hinaus in die Welt tragen. Jesus ginge von der Krippe in die Herzen derer, die zur Krippe kommen. Emotionaler Höhepunkt war das gemeinsam gesungene „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Damit endete die Christmette und die Besucher wurden zu einem Glas Glühwein auf den Kirchplatz eingeladen, auf dem ein Bläserquartett der Stadtkapelle spielte.
Am ersten Weihnachtstag zelebrierte Stadtpfarrer Dr. Benedikt Ritzler zusammen mit Diakon Dr. Karl-Heinz Schäfer das feierliche Hochamt. In seiner Predigt betonte der Pfarrer, dass der Mensch oft meine, er könne ohne Gott auskommen. Dabei strecke Gott unablässig die Hand nach den Menschen aus und knüpfe an seine Liebe keine Bedingungen. Es gäbe Weihnachten nur deshalb, weil Gott die Menschen über alles liebe. In einer armseligen Krippe sei er zu uns gekommen und einer von uns geworden.
Mit ihrer einprägsamen Melodik verlieh die Pastoralmesse in G-Dur von Karl Kempter, die an Heiligabend 1851 im Augsburger Dom uraufgeführt wurde, dem Gottesdienst einen besonders festlichen Charakter. Der Hechinger Stiftschor und der Kirchenchor aus Haigerloch-Weildorf haben das Werk einstudiert, teilweise auch miteinander geprobt und brachten es nun unter der Leitung von Stiftskantor Mario Peters zur gelungenen Aufführung. Solistische Glanzlichter setzten die Sopranistin Irina Gulde und Tenor Walter Petersen. Andrea Keßler auf der Violine, Thomas Bendrin auf der Klarinette, Anne-Sophie Heneka auf der Querflöte, Florian Peters auf dem Kontrabass und Martin Wiest an der Orgel begleiteten souverän den stimmgewaltigen Chor. Die musikalische Darbietung wurde mit lang anhaltendem Beifall honoriert. Der erste Weihnachtsfeiertag klang mit einer feierlichen Weihnachtsvesper in der Luzenkirche aus.
Ganz im Zeichen der Kinder stand der Gottesdienst am zweiten Weihnachtstag. Viele Kinder waren gekommen und empfingen von Kaplan Hannes Rümmele den Weihnachtssegen. In einem Anspiel spürten Lucky und seine Freunde dem Stern von Bethlehem nach und stellten fest, dass der Stern sie zu Jesus führt. Lebendig und frisch trug der Luzius-Kinderchor in der Stiftskirche Weihnachtslieder vor.





