
„Woche für das Leben“ endet mit Spendenübergabe des PGR Beuren für Die BIRKE e.V.
Jahr für Jahr rufen die katholische und evangelische Kirche in Deutschland auf, in der „Woche für das Leben“ den Anfang und das Ende des Lebens in besonderer Weise in den Blick zu nehmen. Der Pfarrgemeinderat in Beuren hat sich schon vor einiger Zeit entschieden, eine Einrichtung zu unterstützen, die sich schon seit vielen Jahren um Mütter in Konfliktsituationen kümmert. Denn Fälle wie der von Sabine F. (Name geändert) gehen einfach zu Herzen. Sabine F. kommt im Januar 2010 zur Birke in die Beratung. Sie ist 30 Jahre alt und befindet sich in der 8. Schwangerschaftswoche. Die Schwangerschaft ist ungeplant. Sie berichtet: „Die Beziehung zu meinem Freund ist schwierig und instabil, es kommt immer wieder zu Streit. Als ich ihm von der Schwangerschaft erzählte, bekam er einen Wutausbruch. Er fühlte sich hintergangen und unterstellte mir, es auf die Schwangerschaft „angelegt“ und ihn reingelegt zu haben.“ Die Tränen überkommen Sabine erneut. Nur stockend berichtet sie davon, dass sie sich zunächst über die Schwangerschaft freuen konnte. Doch nach dem Wutanfall ihres Freundes ist es mit der Freude vorbei, und sie fragt sich, ob nicht doch die Abtreibung der bessere Weg sei.
In ihrer Not wendet sie sich an ein Internet-Forum. Dort kann sie offen und anonym ihren Konflikt ausbreiten. Es dauert nicht, bis ihr jemand empfiehlt, bei der Birke anzurufen. „Die können dir bestimmt helfen, das weiß ich aus eigener Erfahrung.“ Sabine nimmt ihren ganzen Mut zusammen und ruft völlig verzweifelt bei der Birke an. Rasch zeigt sich, dass sie sich einen Weg mit ihrem Kind wünscht, ihr aber die Kraft fehlt für weitere Auseinandersetzungen mit ihrem Partner. Aber die Aussicht, ihr Kind ohne Partner großzuziehen, macht ihr große Angst, da sie momentan von ALG I lebt. Auf Nachfrage der Beraterin erzählt Sabine, dass sie sich gerne mit einem Nagelstudio selbständig machen möchte und überlegen, wie das konkret gehen kann. Sabine fasst neuen Mut und erkennt, dass eine Abtreibung ihren Beziehungskonflikt nicht lösen, sondern eher verschlimmern würde. So versucht sie alles, um ihren Freund umzustimmen und die Beziehung zu retten, doch dies gelingt ihr leider nicht und es kommt zur Trennung.
Neben der großen Enttäuschung über das Verhalten ihres Freundes erfährt Sabine zu ihrer Freude, dass sie trotz ihrer Schwangerschaft vom Jobcenter einen Zuschuss zur Existenzgründung erhält. Sie ist überglücklich und leitet alles in die Wege, um bald ihr eigenes kleines Nagelstudio eröffnen zu können. Um Sabine nach der Geburt zu entlasten und sie in ihrer Selbständigkeit zu unterstützen, übernimmt die BIRKE die Kosten für eine Aushilfskraft für das Nagelstudio und überweist ein Jahr lang monatlich 250 Euro. In Ihrem Dankesschreiben erwähnt Sabine F. unter anderem: „In einer für mich ausweglosen Situation bin ich auf die Seite von Die BIRKE gestoßen. Ich hatte sofort eine kompetente und sehr freundliche Beraterin am Telefon, die sich nur auf mich konzentrierte und Zeit für mich hatte – endlich war da jemand, der sich nur für mich und mein Gefühlschaos interessierte! Ich möchte anderen Frauen hiermit Mut machen, die Hilfe von Die BIRKE in Anspruch zu nehmen, weil es für jede Situation eine Chance gibt einen Weg zu gehen, den man alleine in seiner Verzweiflung oftmals nicht sehen kann.“
Dankbar nahm Dr. Markus Arnold das Kuvert aus der Hand von Silvia Ling und Gaby Betz, den Pfarrgemeinderättinnen von Beuren entgegen. Freudestrahlend fügte er hinzu: „Ihre Unterstützung kommt unmittelbar schwangeren Frauen zugute, die in Konfliktsituationen stecken. In deren Namen sage ich jetzt schon vielen Dank.“ Weitere Infos unter www.1000plus.de
Aktualisiert ( Freitag, den 30. April 2010 um 08:15 Uhr )