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Besuch im Zachäus-Haus 2010

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Wann kann man schon mal einen Bananenbaum pflanzen?  Die Delegation der Pfarrei St. Jakobus Hechingen hatte bei ihrem Besuch in Gitega / Burundi Gelegenheit dazu. Auch das diente der Vertiefung der Beziehungen zwischen den Hechinger Katholiken und den behinderten Kindern im Zachäus- Haus; dem Hauptzweck der zweiwöchigen Reise in das kleine afrikanische Land. Im Gegenzug lud Diakon Dr. Karl Heinz Schäfer zwei Schwestern für  Juli 2011 nach Hechingen ein. So erhoffen sich beide Seiten weiterhin eine stabile christliche Partnerschaft über Kontinente hinweg.


Zum zweiten Mal nach 2008 weilte vom 3. – 17. November eine offizielle Delegation der hiesigen katholischen Pfarrgemeinde in Gitega /Burundi. Ziel der 5köpfigen Gruppe um Monika Selig und Diakon Dr. Schäfer  war das Zachäus-Haus; ein Heim für körperbehinderte Kinder und Waisen, das schon seit bald 20 Jahren Partnerprojekt der Gemeinde ist. Es ging darum, das Leben im Haus kennen zu lernen und zu sehen, was mit Hilfe der Hechinger Spenden geleistet wurde. So nahmen die Gäste am Gebetsleben der 7 afrikanischen Schwestern  und der etwa 120 Kinder und Jugendlichen im Haus teil; beeindruckt vor allem durch das fröhliche Singen  und trotz Behinderung Tanzen der Kinder. Tags über besuchen die meisten eine Schule, ältere erhalten im Haus eine Ausbildung im Nähen und Stricken oder in der Schreinerwerkstatt. Letztere war häufig das Ziel vom ebenfalls mitgereisten  Architekt Herbert Selig, der hier die aus Hechingen eingeführten neuen Werkzeuge an den Maschinen installierte. Erfreut registrierte die Gruppe auch, dass die mit Hilfe des Ausschusses „Mission Eine Welt“ instand gesetzte Biogas-Anlage zum Kochen benutzt wird. Schließlich konnte man von Tag zu Tag verfolgen, wie die Fundamente für die Container aus Deutschland fertig gestellt und die Außensanierung der Sanitäranlagen  Fortschritte machte.

Ein großes Problem ist nach wie vor die Wasserversorgung. Die deutschen Gäste bekamen das am eigenen Leib zu spüren. Nach der 7monatigen Trockenzeit war an fließendes Wasser nicht zu denken. Erst mit der einsetzenden Regenzeit  und einer Reparatur an der Wasserleitung  wurde die Situation während der zwei Wochen für das Brauchwasser etwas besser. Die Schwestern waren überglücklich, dass es endlich anfing zu regnen. Sofort ging es ans Pflanzen. Die Hechinger ließen es sich nicht nehmen  selbst Hand anzulegen. Jede und jeder pflanzte einen Bananenbaum. Dazu muss man wissen, dass in Burundi Kochbananen ein Grundnahrungsmittel darstellen. Auch im Zachäus-Haus standen sie neben Reis und  Bohnen täglich auf dem Tisch. Man wurde eingeladen, in zwei Jahren nachzusehen, ob aus den Bäumen etwas geworden ist. Überhaupt war bei aller Armut in den Gesprächen  mit den Einheimischen immer viel Hoffnung und Glaube im Spiel.
Die Delegation besuchte auch andere Einrichtungen  im Land, vornehmlich mit deutscher Beteiligung. Pater Georg Luckner, ein Weißer Vater aus Trillfingen, z. B. lädt in Gitega einmal in der Woche die Körperbehinderten, die  auf der Straße leben, zur Heiligen Messe und zum Essen ein. Bei diesem Gottesdienst bot sich den Hechingern ein Bild unbeschreiblicher Not und zugleich urchristlicher Hilfsbereitschaft.


Schwester Candida  zeigte den Gästen in Bukeye auch das  Noviziat der Bene-Tereziya-Schwestern, die das Zachäus-Haus betreuen. Das Hauptgebäude ist durch Krieg und Erdbeben in einem bedenklich schlechten Zustand. Die ca. 30 jungen Frauen, die sich hier auf den Eintritt in den Orden vorbereiten, leiden unter den schwierigen äußeren Bedingungen. Jährlich bekommt die Ordensgemeinschaft etwa 10 junge Schwestern als Nachwuchs. Die Hechinger nahmen die Anträge auf finanzielle Unterstützung nach Deutschland mit: Sollte man nicht afrikanische Berufungen und europäisches Geld zusammen bringen können?
Bei zwei Fahrten durch das durchweg fruchtbare Burundi lernten die Hechinger wunderschöne, unberührte Natur kennen; auf einem See im Norden des Landes begegneten sie Fischern in Einbäumen. Auf der Rückfahrt nach Bujumbura zeigte man ihnen die südliche Nilquelle, die von Deutschen in der Kolonialzeit entdeckt wurde. Natürlich musste man daraus trinken, denn dann kehrt man nach Burundi zurück. Ein Besuch am Grab des 1987 in Gitega verstorbenen  Pater Zachäus Knoll war selbstverständlich. Auf diesen Hechinger Missionar geht  die Verbindung  zum Zachäus-Haus zurück.
Der Abschied fiel schwer, hatten sich die Besucher aus Hechingen und die Kinder und Schwestern im Behindertenheim doch schnell angefreundet. Da tat es gut, dass  Diakon Dr. Schäfer   Schwester Candida, die Leitern des Hauses, und Schwester Euphémie, die Generaloberin der Bene-Tereziya-Schwestern, für den Sommer 2011 nach Hechingen einladen konnte. Beide versprachen  zu kommen,  auch um die guten persönlichen Kontakte aufrecht zu erhalten. Im Zachäus-Haus wartet man nur auf die Container aus Deutschland, die u.a. auch gebrauchte Doppelstockbetten bringen. Die alten Betten waren nicht mehr zu gebrauchen. Die Kinder schlafen seit Wochen auf dem Boden. Auch von den  Hechinger Spendern werden viele nützliche Dinge mit enthalten sein. Bei der Verabschiedung sagte ein Junge für alle Behinderten: Nehmt unsere Dankbarkeit und die Gebetsgemeinschaft mit nach Hechingen und  sagt es allen weiter.

Hier finden Sie eine Bild-Dokumentation von unseren Reisen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Aktualisiert ( Mittwoch, den 02. Februar 2011 um 21:36 Uhr )