Die Kirche St. Nikolaus und ihr Patron

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Fest: 6. Dezember

Heiliger St. NikolausDas Bild des ehem. rechten Seitenaltars hängt heute neben der Orgel, von wo der Patron mild und ehrwürdig auf seine Pfarrkinder herabblickt.
Als Pendant dazu steht vorne links die eifrig verehrte Nikolausstatue von 1909. Beide Darstellungen zeigen den hl. Nikolaus als Bischof mit drei goldenen Kugeln bzw. kugelförmigen Geldbörsen. Leider gibt es nur wenige historische Quellen, die Auskunft über den Bischof von Myra geben können, der von 280-351 gelebt haben soll. Es sind vor allem Legenden, die bis heute die Erinnerung an diesen gütigen, gläubigen und hilfsbereiten Bischof wach halten. So wird überliefert, dass sich ein verarmter Adliger anschickte, seine drei heiratsfähigen Töchter zu verkaufen, damit sie sich ihre Mitgift als Dirnen verdienen. Als dies Bischof Nikolaus zu Ohren kam, wollte er den Mädchen dieses Los ersparen. Darum warf er eines Nachts durch das geöffnete Fenster in das Schlafzimmer der drei jungen Frauen drei Beutel voller Goldstücke. Von dieser Legende leitet sich das Patronat des hl. Nikolaus für heiratsfähige Mädchen ab; außerdem wird er als Patron der Kinder, Jugendlichen und Schüler, der Pilger und
Reisenden angerufen. Kaum ein Heiliger hat so viel Liebe und Verehrung erfahren, kaum einer ist auch denjenigen vertraut, die ansonsten mit Kirche und Heiligenverehrung nur wenig anfangen können. Allerdings wissen immer weniger Menschen, dass hinter dem Weihnachtsmann mit
Zipfelmütze der hilfsbereite Bischof von Myra steckt, der die Liebe Gottes zu uns Menschen, wie wir sie an Weihnachten feiern, den Menschen seiner Zeit vorgelebt hat. In der Pfarrgemeinde Boll wird jährlich um den 6. Dezember sein Patrozinium festlich begangen.

Marienverehrung in Boll

Wallfahrtskirche Maria Zell BollBesondere Verehrung erfährt in Boll neben dem Kirchenpatron auch die Gottesmutter, insbesondere durch die Wallfahrtskirche Maria Zell. Beachtlich viele Gläubige besuchen das Kirchlein im Wald, das heute der politischen Gemeinde gehört, um dort in Stille oder gemeinsam zu beten oder den dort angesiedelten Friedhof zu besuchen. Die enge Verbundenheit der Bevölkerung von Boll zu „ihrem Zell“ kommt nicht zuletzt im Maria-Zeller-Lied zum Ausdruck, wo es heißt: „Wo hier in diesem Erdentale ein Born von Himmelsegen winkt, aus der mit gern gefüllter Schale so mancher Pilger Labung trinkt. Da zieh’n wir hin, Maria mild, zu Deinem heil’gen Gnadenbild.“

 

 

 

 

 

Aktualisiert ( Sonntag, den 01. Juni 2008 um 17:04 Uhr )