St. Luzen

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St. Luzen Kirche HechingenDie ehemalige Pfarr- und Wallfahrtskirche in der Unterstadt, einst Oberhechingen.

Der Weg zur Kirche führt durch einen Torbogen, in dessen muschelbekrönter Nische die Figur des hl.Franziskus steht. Kirche, ziemlich sicher St.Luzen, und Pfarrei Hechingen sind seit 1216 belegt. Im Chor freigelegte Rundbogen aus der Romanik weisen auf die Entstehung der Kirche vor dem Jahre 1000 hin. Im Jahre 1328 wird durch eine Urkunde des Papstes Johannes XXII. von Avignon der Pfarrkirche St. Luzen ein Ablaß verliehen und beweist damit ihre Existenz. 1488 wurde die Kirche"Unsere liebe Frau und St. Jakobus" in der Oberstadt geweiht. Um 1500 wurde sie faktisch Pfarrkirche, urkundlich dann im Jahre 1536. Der Zollergraf Eitelfriedrich II., gest. 1512, übergab Herzog Ulrich von Württemberg als Testamentsvollstrecker sein Testament. Dieses enthielt Bestimmungen über den "im gotsacker" (Friedhof der Pfarrei) geplanten Neubau des Klosters St. Luzen für reformierte Barfüßer. Die Söhne hatten trotz Verpflichtung den Nachlaß bald "verschwendt und verthon". Graf Karl.I., der 1576 starb, versuchte einen Barfüßerorden anzusiedeln. Dieser weigerte sich jedoch, da der Friedhof dem Kloster zu nahe war. Zudem wollten die Hechinger dort kein Spital haben, weil sie es hätten mit Holz versehen müssen. Graf Eitelfriedrich I. von Hohenzollern-Hechingen, Urenkel von Eitel Friedrich II., realisierte dessen Testament. Im Stiftungsbrief des Grafen und seiner Gemahlin, Gräfin Sibylla von Zimmern, legten sie fest: Das gräfliche Haus wolle mit der Klostergründung St. Luzen "seine katholischen Untertanen bei dem allein seligmachenden romanischen Glauben durch P.P. Franziskaner erhalten". Durch diese seien die Landesuntertanen "von dem herum tief eingewurzelten Lutterthumb erhalten worden". Das Haus Zollern verpflichtete sich zu einer dauernden baulichen Unterhaltung des Klosters und zu jährlichen Almosen für die Barfüßer-Mönche. Von 1586 bis 1589 werden Kirche und Kloster gebaut. Der Graf hat sich persönlich um die Gestaltung gekümmert und somit entstand in wenig franziskanischer Weise die Kirche mit Innenausstattung im Renaissance-Stil unter Einbeziehung des Baukörpers der Vorgängerkirche. Im Netzgewölbe sind die Wappen von Eitelfriedrich und seiner Gemahlin sowie deren weiblicher Ahnenfolge zu sehen. Die Wände sind durch eine reiche Stukkdekoration gegliedert, vom Herrenberger "Gipser" Wendel Nufer geschaffen. Das wertvollste Stück, die Kanzel mit den Evangelisten und Maria mit dem Kind, stammen vom Ulmer Bildhauer Hans Amann.

 

 

Aktualisiert ( Dienstag, den 12. August 2008 um 11:25 Uhr )