Die Kirche St. Dionysius und ihr Patron

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Fest: 9. Oktober

Heiliger St. DionysiusGregor von Tours berichtet in seiner „Historia Francorum“, dass Dionysius mit sechs anderen Bischöfen von Papst Fabian um 250 beauftragt
wurde, in Gallien das Evangelium zu verkünden. Er errichtete Kirchen in mehreren Städten, so auch in Paris, dessen Bischof er um 250 wurde. Bei einer der letzten großen Christenverfolgungen im Jahre 285 wurde er mit mehreren Gefährten enthauptet. Der Legende nach soll er sein Haupt aufgenommen haben und bis zu der Stelle gegangen sein, wo er begraben werden wollte. Dort erbaute Dagobert I. 626 die nach dem Heiligen benannte Abtei, deren Basilika über 100 m lang ist und zu den prächtigsten Kathedralen Frankreichs gehört. Saint-Denis diente den französischen Königen als Grablege, so dass dort u.a. Chlodwig I., Dagobert I., Karl Martell, Pippin der Kurze, Ludwig XII., Heinrich II., Ludwig XIV. und Ludwig XVI. mit ihren Ehefrauen ihre letzte Ruhestätte fanden.

Die Reliquien des Heiligen Dionysius, dessen Gedenktag der 9. Oktober ist, wurden in Saint Denis von Anfang an verehrt. Rasch avancierte er zum Nationalheiligen Frankreichs und zum Patron der Stadt Paris. Von dort aus verbreitete sich seine Verehrung nach Spanien, aber auch nach Deutschland, nicht zuletzt weil das Kloster St. Emmeram in Regensburg behauptete, Reliquien des hl. Dionysius zu besitzen. So wurde der französische Märtyrer u.a. zum Patron des neuen Klosters in Esslingen a. N. erkoren (gegr. im 8. Jh.) sowie zum Kirchenpatron in Neckarsulm und Rottenburg. Im 11. Jh. erreichte die Verehrung Italien, seit dem 15. Jh. gehört er zu den 14 Nothelfern und wird bevorzugt bei Kopfschmerzen angerufen. Lange galt die Bauernregel: „Regnet's an St. Dionys, regnet's den ganzen Winter gewiss.“

 

 

Aktualisiert ( Sonntag, den 01. Juni 2008 um 16:37 Uhr )