Pfarrgemeinden

Stein - St. Markus


Eingebettet in das enge Tal der Starzel und umgeben vom satten Grün ausladender Laubbäume liegt die Gemeinde Stein (987 Einwohner, 453 m ü. NN, Gemarkungsfl äche 3,86 km2). Ihre Anfänge reichen bis in die graue Vorzeit zurück, was zahlreiche Funde aus der Stein- und Bronzezeit (ca. 4500-1500 v. Chr.) belegen.

Schon vor dem Neubau der Kirche 1833 gehörten zur Pfarrei Stein auch die Filialgemeinden in Bechtoldsweiler und Sickingen. Beide Dörfer waren seit dem 16. Jh. dem Vogt in Stein unterstellt, was erst 1817 endete. Zeichen dafür sind bis heute die zwei gekreuzten Amtsstäbe im Dorfwappen.

Nach dem Wegzug des letzten Pfarrers wurde das Pfarrhaus in Stein abgerissen und 1995 durch ein einladendes Pfarrzentrum ersetzt. 2000 wurde das Pfarrbüro im Rahmen einer umfassenden Umstrukturierung nach Hechingen verlegt. Dazu gehörte auch, dass am Pfingstmontag 2002 die Seelsorgeeinheit (SSE) St. Luzius errichtet wurde, die von einem Priester und einem Seelsorgeteam geleitet wird. Die Kirchengemeinde umfasst heute alle Stadtteile Hechingens, also insgesamt neun Gemeinden mit 10.277 Katholiken, wovon in Stein 589 leben.

Unverändert erklingt in Stein auch die Bitte um die Fürsprache des hl. Markus mit dem Patronatslied, in dem es heißt: „Heil’ger Markus, hilf den Deinen, die sich alle gern vereinen hier in deinem Heiligtum.“

 

Patrozinium: 25. April

Mehrere Male ist der Kirchenpatron im Raum dargestellt. Die bedeutendste Statue stammt von 1746 und befi ndet sich rechts vom Hochaltar. Die Insignien (Löwe, Schreibfeder und Buch) sowie eine Innerlichkeit und Sammlung ausstrahlende Haltung kennzeichnen den Evangelisten.

Im Hochaltar links vom Tabernakel ist seine Gefangennahme dargestellt. Am Ort des ehemaligen rechten Seitenaltars befi ndet sich eine Statue des hl. Markus aus dem Jahr 1875 zusammen mit einer Darstellung des hl. Thomas. Auch wenn der hl. Markus nicht zu den 12 Aposteln zählte, so deutet vieles darauf hin, dass er als Sekretär und Übersetzer des hl. Petrus für die frühen Gemeinden die Verkündigung des Apostelsprechers schriftlich festhielt. Dafür spricht auch (worin sich führende Exegeten heute einig sind), dass einer der Papyrus-Funde in Qumran am Toten Meer die Verse von Mk 6,52-53 enthält, die demnach (wie wahrscheinlich das ganze Markus-Evangelium) schon vor dem Jahre 50 n. Chr. schriftlich vorlagen.

Wohl schon vor der Hinrichtung 66 n. Chr. von Petrus, dem ersten Papst, war Markus (so die Überlieferung) in der Stadt und der Region Alexandrien als Missionar und erster Bischof tätig. Im Jahre 68 wurde er während einer Eucharistiefeier von Soldaten im Auftrag eifersüchtiger Götzenpriester gefangen genommen und nach einem langen Martyrium grausam umgebracht.


Nach einer alten Überlieferung schworen um 680 die Bewohner des Alemannendorfes Stein ihrem germanischen Götterglauben ab und wurden Christen. Bald darauf ließ der Ortsadel nicht nur eine Kapelle zu Ehren des hl. Martin errichten, sondern stiftete auch eine Pfründe für einen Geistlichen.

Stand die erste Kapelle noch auf einer Anhöhe außerhalb des Dorfes, so wurde im 12. Jh. unter dem Leutpriester Gero eine Pfarrkirche im Ort errichtet, von einem Friedhof umgeben. Im Jahr 1252 wird Stein erstmals als eigene Pfarrei in den Kirchenbüchern erwähnt. Baufällig geworden und außerdem der angewachsenen Bevölkerung zu wenig Platz bietend, musste 1831 die erste Pfarrkirche abgetragen werden. Fürst Friedrich Hermann Otto von Hohenzollern übernahm die Kosten für einen Neubau, und so konnte bereits zwei Jahre später, am 24.6.1833, die neue Kirche eingeweiht werden. Sie erhielt das Patronat des hl. Markus.

Erst 1901 folgte der 28 m hohe Kirchturm, der den Dachreiter ersetzte und mit vier Glocken ausgestattet wurde. Renovierungen 1901, 1966, 1978 und 2003 haben die Kirche in ihrer ursprünglichen Form erhalten, das Erscheinungsbild im Innern aber den neuen Erfordernissen angepasst.


Im Zuge der Renovation im Jahre 1978 leistete sich die Pfarrei auch eine neue Orgel. Sie wurde von der Firma Stehle in Haigerloch-Bittelbronn angefertigt und umfasst 18 Register auf drei Teilwerken: Im ersten Manual drei Prinzipale, Mixtur 11/3’, zwei Flöten und Dulcian 4’. Dazu kommen im zweiten Manual drei Prinzipale Scharff 3f., zwei Flöten, Sesquialter und Schalmey 8’. Das Pedal aus drei Prinzipalen wird mit dem Zungenregister Fagott 16’ kraftvoll abgerundet.